News
Neue Regeln fürs Handwerk, verständlich erklärt
Wir scannen laufend Gesetze, Verordnungen und Fristen des Bundes und übersetzen die für Handwerk und Gewerbe relevanten in klare Sprache, für Betriebe und für Fachkräfte.
110 Meldungen
Seite 1 von 6Winterbeschäftigungsumlage im Bau: Satz sinkt bis 2027
Die Umlagesätze der Winterbeschäftigungsversicherung im Baugewerbe werden befristet bis 31. Dezember 2027 abgesenkt: der Arbeitgebersatz von 2 auf 1 Prozent, der Arbeitnehmersatz auf 0,4 Prozent. Ab 2028 gelten die ursprünglichen Sätze wieder.
Außenprüfungsordnung ersetzt Betriebsprüfungsordnung
Die bisherige Betriebsprüfungsordnung (BpO 2000) wird durch die neue Außenprüfungsordnung (ApO) ersetzt. Die Neuregelung betrifft die Abläufe und Anforderungen bei Betriebsprüfungen durch das Finanzamt.
Neufassung Gefahrgutverordnung GGVSEB veröffentlicht
Das Bundesgesetzblatt veröffentlicht die Neufassung der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB). Die Verordnung regelt die Beförderung gefährlicher Güter und berücksichtigt Änderungen ab Juni 2025 und Januar 2026. Betriebe, die Gefahrstoffe transportieren oder lagern, müssen ihre Prozesse ggf. anpassen.
Anlage 13a 2026: Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen
Das Bundesfinanzministerium hat die aktualisierten Vordrucke der Anlage 13a für die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen gemäß § 13a Absatz 3 EStG für das Jahr 2026 veröffentlicht. Dies betrifft Betriebe, die ihre Gewinne nach pauschalen Sätzen ermitteln dürfen.
RID 2025: Fehlerverzeichnis 1 mit Korrektionen veröffentlicht
Das Bundesgesetzblatt veröffentlicht das erste Fehlerverzeichnis zur RID-Ausgabe 2025 (Regelungen für die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Schiene). Die Korrektionen betreffen Definitionen, Verpackungsanweisungen und Ausrüstungsvorschriften in mehreren Teilen.
Berufskraftfahrer-Qualifikation: Neue Prüfanforderungen und Sprachenregelung
Die Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung wird geändert. Künftig müssen Prüfungsteilnehmer für die praktische Prüfung selbst ein zugelassenes Prüffahrzeug und einen Fahrlehrer bereitstellen. Zusätzlich können Prüfungen neu in neun Sprachen (u.a. Englisch, Polnisch, Türkisch, Ukrainisch) neben Deutsch abgelegt werden. Die Nachweispflicht gegenüber der zuständigen IHK wird verschärft.
Neuordnung: Technischer Modellbauer – 3,5 Jahre, neue Inhalte
Der Ausbildungsberuf Technischer Modellbauer/in wird neu geordnet. Die Ausbildungsdauer bleibt bei 3,5 Jahren, die Inhalte werden modernisiert (CAD, computergestützte Fertigung, Automatisierungstechnik, additive Fertigung). Die neue Verordnung gilt ab Veröffentlichung im Bundesanzeiger.
Neue Friseurmeisterverordnung (Friseur-MstrV) veröffentlicht
Die überarbeitete Meisterprüfungsverordnung für das Friseur-Handwerk (Friseur-MstrV) ist im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Sie regelt das Berufs- und Anforderungsbild sowie die Durchführung der Meisterprüfung in den Teilen I und II und integriert moderne Anforderungen wie digitale Technologien, Nachhaltigkeit und erweiterte Serviceleistungen.
Kassenpflicht ab 100.000 Euro Jahmesumsatz geplant
Ein Gesetzentwurf sieht die Einführung einer Kassenpflicht ab 100.000 Euro Jahresumsatz vor und plant die Abschaffung der papierhaften Belegausgabepflicht. Der Entwurf dient der Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Digitalisierung des Steuerrechts.
Sachkundeprüfung für Darlehensvermittler – neue Verordnung
Die neue Darlehensvermittlungsverordnung (DarlVermV) regelt die Sachkundeprüfung für Darlehensvermittler nach § 34k der Gewerbeordnung. Betriebe, die Verbraucherkredite vermitteln, müssen künftig nachweisen, dass ihre Mitarbeiter die Prüfung bestanden haben oder gleichgestellte Qualifikationen (z.B. Bankausbildung) vorliegen. Die Prüfung wird von Industrie- und Handelskammern durchgeführt und besteht aus schriftlichen Tests zu Kundenberatung, Kreditprodukten und Finanzierung.
Hitzebelastung am Arbeitsplatz – Schutzpflichten im Sommer
Das BMAS weist auf zunehmende Hitzebelastung bei der Arbeit hin und erinnert an die Schutzpflichten des Arbeitgebers. Betriebe müssen Maßnahmen zur Hitzeprophylaxe (Pausen, Flüssigkeitszufuhr, Pausenplätze, ggf. Arbeitszeitenanpassung) ergreifen, um Gesundheitsrisiken zu minimieren. Dies ist eine Konkretisierung der ArbSchG-Anforderungen zur Gefährdungsbeurteilung.
Jahresarbeitsentgeltgrenze 2027 um 3.600 Euro erhöht
Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt 2027 um 3.600 Euro zusätzlich zur regulären Anpassung. Dies betrifft Arbeitgeber bei der Sozialversicherungsanmeldung und Arbeitnehmer hinsichtlich ihrer Versicherungspflicht. Wer 2027 diese höhere Grenze überschreitet, bleibt bei privaten Versicherern und wird nicht automatisch in die GKV zurück versichert.
Gebäudemodernisierungsgesetz: Neue Anforderungen an Heizung und Energieeffizienz
Das Gebäudeenergiegesetz wurde grundlegend überarbeitet und in Gebäudemodernisierungsgesetz umbenannt. Handwerksbetriebe im Heizungs-, Lüftungs- und Energiebereich müssen sich auf neue technische Standards bei Heizungsanlagen, Wärmepumpen, solarthermischen Anlagen und der Gebäudeautomation einstellen. Wichtig: Neue Prüf- und Optimierungspflichten für Wärmepumpen und ältere Heizungsanlagen sowie hydraulischer Abgleich werden verpflichtend.
Ausbildungsverordnung Metallverfahrenstechnologe geändert
Die Ausbildungsverordnung für Metallverfahrenstechnologen wird angepasst: Neue fachrichtungsübergreifende Inhalte (u.a. Digitalisierung, Nachhaltigkeit), modifizierte Prüfungsstruktur mit zwei Varianten für den Prüfungsbereich Arbeitsauftrag (praktische Arbeitsaufgabe oder betrieblicher Auftrag), geänderte Gewichtungen der Prüfungsbereiche. Diese Änderungen betreffen Ausbildungsbetriebe und Auszubildende im Metallhandwerk und in der metallverarbeitenden Industrie.
Bürokratierückbau: Gewerbeordnung, Makler-/Bauträgerverordnung, Energiekennzeichnung
Das Gesetz reduziert Berichtspflichten und vereinfacht Verwaltungsprozesse in der Gewerbeordnung (z.B. Fiktivgenehmigung nach 3 Monaten), der Makler- und Bauträgerverordnung (gekürzte Anforderungen an Weiterbildung, vereinfachte Nachweispflichten) und beim Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (Vereinfachung der Etikettierungsregeln). Dies entlastet vor allem gewerbliche Betriebe von Dokumentations- und Compliance-Anforderungen.
EU-Reparaturrichtlinie: Herstellerverpflichtung zur Warenbehebung
Das BGB wird angepasst: Hersteller müssen bestimmte Waren auf Verbraucherwunsch reparieren (statt Austausch). Verbraucher erhalten erweiterte Rechte bei Mängeln (u.a. Ersatzware, verlängerte Verjährung). Für Handwerksbetriebe mit Herstellertätigkeit oder Reparaturservices relevant.
Besteuerung betrieblicher Kfz für private Nutzung
Das Bundesfinanzministerium präzisiert die steuerliche Behandlung von Privatfahrten mit betrieblichen Kraftfahrzeugen, insbesondere Pendlerfahrten und Familienheimfahrten. Die Regelungen betreffen die Entfernungspauschale und die 1%-Regelung (Gehaltsumwandlung). Betriebe und Arbeitnehmer sollten prüfen, wie ihre bisherige Abrechnung und Dokumentation dieser Nutzungen korrekt ist.
Parkinson-Syndrom durch Pestizide als neue Berufskrankheit anerkannt
Das Parkinson-Syndrom durch langjährig und häufig selbst angewendete Pestizide wird ab 1. August 2026 als Berufskrankheit (Nr. 1322) anerkannt. Dies betrifft vor allem Betriebe im Garten- und Landschaftsbau sowie Pflanzenschutz, deren Fachkräfte regelmäßig mit Pestiziden arbeiten. Die Anerkennung ermöglicht betroffenen Arbeitnehmern den Zugang zu Leistungen der Unfallversicherung.
Parkinson-Syndrom durch Pestizide als neue Berufskrankheit anerkannt
Die Berufskrankheiten-Verordnung wird um die neue Berufskrankheit Nr. 1322 erweitert: Parkinson-Syndrom, verursacht durch langjährige und häufige Pestizidanwendung. Dies betrifft vor allem Betriebe in Gartenbau, Landwirtschaft und verwandten Gewerben mit regelmäßiger Pestizidexposition. Ab 1. August 2026 können Beschäftigte mit dieser Erkrankung Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung geltend machen.
TRGS 524: Schutzmaßnahmen in kontaminierten Bereichen
Die aktualisierte Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 524) regelt Schutzmaßnahmen für Arbeiten in kontaminierten Bereichen (z.B. Altlasten, Bodenaushub, Sanierungsstellen). Betriebe müssen Gefährdungsbeurteilungen durchführen und angemessene persönliche Schutzausrüstung sowie Hygienemaßnahmen implementieren.
Recht & Pflichten – die wichtigsten Paragrafen erklärt
Mindestlohn, Meisterpflicht, Arbeitszeit, Urlaub, F-Gas: dauerhaft gültig, für Betriebe und Fachkräfte.
Die Inhalte bieten allgemeine Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Quelle jeweils verlinkt; im Zweifel zieh eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt bzw. deine Handwerkskammer hinzu.